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Warum hat Tesla kein E-Kennzeichen? – Aufklärung

Warum hat Tesla kein E-Kennzeichen

Haben Sie sich auch schonmal gefragt, warum es Elektrofahrzeuge mit und ohne E-Kennzeichen gibt? Sie fragen sich gerade, was denn ein E-Kennzeichen ist? Es geht um den zusätzlichen Buchstaben „E“ am Ende des KFZ-Kennzeichens der meisten Elektrofahrzeuge. Er stellt sicher, dass Elektrofahrzeuge eindeutig zu erkennen sind, bringt auch einige Vorteile mit sich, ist aber keine Pflicht. Doch warum verzichten manche Besitzer von Tesla und anderen Herstellern von Elektrofahrzeugen auf diese Vorteile? Erfahren Sie jetzt die Hintergründe.

Die Einführung des E-Kennzeichens hatte ursprünglich den Zweck, durch Schaffung von Privilegien anderen Autofahrern die Vorteile der Elektromobilität schmackhaft zu machen. Es sollten Impulse gesetzt werden, die Elektromobilität im Straßenverkehr als lohnenswerte Alternative darstellt. Diese Privilegien betreffen neuralgische Punkte, die jeder Autofahrer kennt und alle am Straßenverkehr teilnehmenden Personen ohnehin bereits über Alternativen nachdenken lassen wie bei der Parkplatzsuche oder Stauumgehung.

Vorteile Dank Elektromobilitätsgesetz

Im Elektromobilitätsgesetz (EmoG) wird festgehalten, dass Tesla-Fahrer und Führer von anderen Elektrofahrzeugen mit entsprechender E-Kennzeichnung am Nummernschild gewisse Vorteile genießen sollen. Dies betrifft reine Elektroautos und Hybridfahrzeuge, die einen Kohlenstoffdioxidausstoß von höchsten 50 Gramm je gefahrenen Kilometern haben. Auf der anderen Seite kann auch erst von einem förderungsfähigen Fahrzeug gesprochen werden, wenn dies mindestens 40 Kilometer ausschließlich unter Nutzung des rein elektronischen Antriebs vorwärts bewegt werden kann.

Das Gesetz beinhaltet, dass diese Fahrzeuge berechtigt sind, kostenlose Parkplätze auf öffentlichen Straßen oder Wegen zu nutzen. Dazu kommt, dass Elektrofahrzeugen mit der E-Kennzeichnung Ausnahmen erhalten sollen, wo normale Fahrzeuge keine Zufahrt haben. Die Rede ist hier weniger von verkehrsberuhigten Bereichen, wo aufgrund von Lärm- oder Feinstaubbelastungen entweder gar kein Verkehr zugelassen ist oder nur unter Einschränkung der Geschwindigkeit beziehungsweise der Uhrzeit. Ein wesentlicher Bestandteil des Gesetzes ist, dass Elektroautos zukünftig eigene Spuren bereitgestellt werden. Im Klartext ist geplant, sogenannte „Fast Lanes“ für Elektromobilität einzurichten. Diese kennt man eigentlich nur von Flughäfen oder gebührenpflichtigen Brücken, Tunneln und Mautstationen. Besonders in Innenstädten ein Privileg, welches jeden Autofahrer in der Rush Hour reflexartig über die Anschaffung eines Elektrofahrzeuges nachdenken lassen würde. Die Einrichtung von Sonderspuren bis 2026 wird herausfordernd, dann nämlich tritt das Gesetz bereits wieder außer Kraft. Die ersten Jahre des 2015 in Kraft getretenen Gesetzes haben gezeigt, flächendeckend kostenlose Parkplätze auszubauen führt bereits dazu, dass viele Kommunen an ihre Kapazitätsgrenzen kommen.

Nutzen für die Kommunen

Weite Teile der Gemeinden und Kommunen haben die gesetzliche Vorgabe trotzdem umgesetzt und bieten Fahrzeugen mit entsprechender E-Kennzeichnung kostenlose Parkplätze zumeist an Ladesäulen an. Hierfür wurde auch ein neues Verkehrsschild entwickelt, welches ein Auto mit Stecker zeigt. Eine große Herausforderung stellt die offen gestaltete Formulierung der Umsetzung dar. Jede Kommune ist völlig frei darin, zum Beispiel bei der Dauer des Parkvorgangs. Es ist außerdem nicht einheitlich geregelt, Parkplätze für Elektroautos entsprechend zu beschildern, so dass sie von jedem erkennbar sind. Viele Fragen bleiben bis heute unbeantwortet: Kann das Auto auch ohne zu laden auf dem jeweiligen Parkplatz stehen oder nur in Verbindung mit einem Ladevorgang? Welche Maßnahmen werden ergriffen, wenn ein Elektroauto keine entsprechende Kennzeichnung besitzt und wie wird dies kontrolliert? Noch verwirrender ist es, wenn Halter von Elektrofahrzeugen insbesondere von Tesla auf die E-Kennzeichnung verzichten, aber trotzdem auf die oben genannte Besserstellung bestehen.

Fazit

Die Absichten des EmoG liegen klar auf der Hand: Jeder Autofahrer sollte zumindest einmal ernsthaft darüber nachgedacht haben, sich ein Elektroauto anzuschaffen. Die E-Kennzeichnung dient der eindeutigen Erkennung und Werbung um mehr Elektromobilität im Straßenverkehr. Anreize wie kostenloses Parken gerade in Großstädten und Ballungsgebieten führen dazu, dass Menschen nicht nur darüber schwadronieren, ob Elektromobilität eine echte Alternative ist. Eine Fast-Lane für E-Autos zum Beispiel auf Autobahnen würde wahrscheinlich auch den letzten Zweifler überzeugen, beim nächsten Autokauf auf den reinen Verbrennermotor zu verzichten. Ob manche Besitzer von Tesla dann immer noch den klaren Nutzen der E-Kennzeichnung ignorieren würden, kann an dieser Stelle nur vermutet werden.

Der Ausbau der Radwege in den letzten Jahrzehnten ist ein gutes Anschauungsbeispiel für diesen Prozess. Die Einführung weiterer exklusiven Fahrspuren und die Verdrängung von Fahrzeugen, die mit fossilen Brennstoffen fahren, ist nur eine logische Konsequenz. Andererseits ist eine Nachbesserung des Gesetzestextes mehr als notwendig. Eine schwammig formulierte Gesetzesvorlage führt nur zur schwammigen Umsetzung und wäre auch nicht die erste in der Geschichte dieses Landes, welche im Nachhinein aufgrund der gemachten Erfahrungen nachgebessert wird.

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