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DCT Getriebe bei Hyundai – was ist das? – Aufklärung

  • by Anatoli Bauer
DCT Getriebe bei Hyundai - was ist das

Hyundai ist ein südkoreanischer Hersteller von Kraftfahrzeugen, der seit den 1990er in Europa immer beliebter wird. Besonders beliebt in Deutschland ist der sogenannte Hyundai i30 N. Dabei handelt es sich um die sportliche Version der Limousine und des Kombis des normalen Hyundai i30. Der Hersteller ist aber auch dafür bekannt, dass er sehr sparsame Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und Elektromotor baut. Zur gegenwärtigen Zeit, in der der Kraftstoffverbrauch und Emissionswerte eine immer größere Rolle spielen, müssen Hersteller zu verschiedenen Mitteln greifen, um diese zu erfüllen. Dieser Wandel hat bewirkt, dass Neufahrzeuge fast ausschließlich nur noch mit Automatikgetrieben ausgestattet werden. Da viele Hersteller dem Fahrer aber trotzdem ein sportliches Gefühl geben wollen, wurde das sogenannte „DCT“ Getriebe etabliert.

Wie funktioniert ein Fahrzeuggetriebe und was ist dessen Aufgabe?

Im Fahrzeugbau werden Getriebe verbaut, damit die Kraft, die vom Motor ausgeht und auf die Hinterräder übertragen werden soll, in verschieden Drehzahlbereichen des Motors und der daraus resultierenden Geschwindigkeit der Räder übertragen werden kann.

Klassischerweise ist das Getriebe direkt hinter dem Schwungrad des Motors verbaut. Dabei handelt es sich je nach Art des Getriebes um ein verschieden großes Gehäuse, in dessen inneren sich mehrere Zahnräder und Lager befinden. Damit die Kraftübertragung vom Getriebe auf den Motor reibungslos stattfinden kann, wird bei Schaltgetrieben eine Kupplung und bei Automatikgetrieben ein hydraulischer Drehmomentwandler eingesetzt. Die Kraft, die auf das Getriebe ausgeübt wurde, wird bei Fahrzeugen mit Heck- und Allradantrieb über eine Art Stange, die sogenannte „Kardanwelle“ auf das Differentialgetriebe und dann über Antriebswellen an die Räder übertragen. Bei Fahrzeugen mit Frontantrieb ist der Einbau eines Differentialgetriebe und einer Kardanwelle nicht nötig, da die Kraft bauartbedingt direkt über Antriebswellen an die Räder übertragen werden kann.

Im Fahrzeugbau werden außer dem Automatikgetriebe mit hydraulischem Drehmomentwandler noch sogenannte „DCT“ Getriebe verbaut.

Was ist ein DCT-Getriebe?

Der Begriff „DCT“ stammt aus dem englischen und heißt ausgeschrieben „Dual Clutch Transmission“, was auf Deutsch „Doppelkupplungsgetriebe“ bedeutet. Weitere häufige Bezeichnungen sind DSG, PDK und DCT. Das Besondere am Doppelkupplungsgetriebe ist die kaum vorhandene Schaltzeit, weswegen es auch als „Direktschaltgetriebe“ bezeichnet wird. Ursprünglich wurde dieser Art von Getriebe von Porsche für den Rennsport entwickelt, um die Schaltverzögerung des Getriebes so gering wie möglich zu halten. Der Aufbau des Doppelkupplungsgetriebes unterscheidet sich dadurch wesentlich von einem klassischen Automatikgetriebe, da es im Prinzip aus zwei verschiedenen Getrieben und zwei Kupplungen besteht. Im einen Getriebe befinden sich die geraden Gänge und im anderen Getriebe befinden sich die ungeraden Gänge. Für jedes Getriebe ist eine eigene Kupplung vorgesehen, die sich beide hintereinander zwischen den Getrieben und der Kurbelwelle des Motors befinden. Der Aufbau ähnelt dem eines Schaltgetriebes, weswegen man diese Art von Getriebe eigentlich als automatisiertes Schaltgetriebe bezeichnet, da keine manuelle Kupplung verwendet wird.

Wie funktioniert das DCT-Getriebe während der Fahrt?

Beispielsweise befindet sich das Getriebe während des Beschleunigungsvorgangs im dritten Gang. Bevor der Schaltvorgang in den nächsthöheren, also in den vierten Gang stattfindet, wird im lastfreien Getriebe der vierte Gang bereits eingelegt, aber die Kupplung bleibt geöffnet, bis der Schaltvorgang stattfindet. Das heißt also, dass zeitgleich der dritte und vierte Gang eingelegt sind, der vierte Gang aber nur „leer“ mitläuft. Sobald der Schaltvorgang stattfindet, wird fast zeitgleich die Kupplung auf der Getriebeseite des vierten Gangs geschlossen und die auf der Seite des dritten Gangs geöffnet. Auf diese Weise kann ein Schaltvorgang gewährt werden, bei dem es keine Zugkraftunterbrechung gibt.

Was ist das DCT-Getriebe bei Hyundai?

Bei Hyundai handelt es sich beim DCT-Getriebe um ein Doppelkupplungsgetriebe, dass nach dem zuvor beschriebenen Prinzip funktioniert. Der Hersteller bietet das Getriebe je nach Fahrzeug und Präferenz mit sechs, sieben oder acht Gängen und sowohl für Fahrzeuge mit Front-, als auch Allradantrieb an. Beispielsweise lässt sich Hyundais Doppelkupplungsgetriebe bei den Modellen Santa Fe, Kona Hybrid und bei dem sehr beliebten Modell i30 N finden. Hyundai verspricht mit dem DCT-Getriebe nahezu übergangslose Gangwechsel, bei denen es zu keiner Zugkraftunterbrechung kommt.

Ohne Zugkraftunterbrechung bleibt der Motor immer im optimalen Drehzahlbereich. Durch den Verzicht einer manuellen Kupplung und dem benötigten Kraftaufwand durch Drücken des Kupplungspedals, ergibt sich für den Fahrer der Fahrkomfort eines Automatikgetriebes mit dem Fahrgefühl eines manuellen Schaltgetriebes. Um noch mehr Fahrspaß zu garantieren, bietet Hyundai beispielsweise beim i30 N zusätzliche Schaltwippen am Lenkrad, mit denen der Fahrer trotz DCT-Getriebe den Gangwechsel manuell und ohne Kupplungspedal durchführen kann.

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