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Warum sind Benzin & Diesel gerade so teuer? – einfache Erklärung

  • by Anatoli Bauer

Seit geraumer Zeit explodieren die Spritpreise förmlich. Dies ist eine schwierige Situation für diejenigen, die auf ihr Auto angewiesen sind und täglich viele Kilometer zur Arbeit und zurück fahren müssen. Da bleibt dann vom schwer verdienten Geld nicht mehr viel übrig. Hinzu kommen noch die Preissteigerungen anderer Produkte. Aber warum sind die Spritpreise so hoch? Dieser Beitrag soll eine Erklärung geben.

Wie setzen sich die Spritpreise zusammen?

Der Preis für Diesel und Benzin hängt zum einen vom Rohölpreis auf dem Weltmarkt ab und zum anderen die Kosten für die Verarbeitung in den Raffinerien, ein Gewinnzuschlag und die Vertriebskosten für die Mineralölkonzerne. Hinzu kommen laut Bundesfinanzministerium noch Steuern, wie die Energiesteuer pro Liter Diesel und Benzin von 47,04 Cent bzw. 65,45 Cent und die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent. Seit 2021 gibt es die CO2-Abgabe auf Diesel mit 7,98 Cent/Liter und auf Benzin 7,06 Cent/Liter. Die Erdölbevorratungsabgabe beträgt 0,27 Cent/Liter auf Benzin, auf Diesel sind es 0,30 Cent/Liter.

Seit wann steigen die Spritpreise?

Steigende Spritpreise sind schon seit 2021 zu beobachten. Aber seit Ende Februar dieses Jahres steigen sie ins Unendliche.
Der Grund ist eine steigende Nachfrage nach Erdöl durch den Wirtschaftsaufschwung infolge des Corona-Lockdowns. Zudem konnten die Fördermengen nicht so schnell hochgefahren werden wie gewünscht. Als Folge geht der Ölpreis nach oben und gleichzeitig der Preis für Diesel und Benzin. Des Weiteren hat sich der Preis, durch einen Anstieg im Wechselkurs von Euro zu Dollar, um einige Cent erhöht. Erschwerend kommen die im Jahr zuvor erschwinglichen Treibstoffpreise.

Weshalb steigen die Spritpreise weiter?

Warum gerade jetzt die Preise so immens steigen, liegt auf der Hand. Die Sanktionen gegen Russland wegen des Ukraine-Krieges lassen die Ölpreise steigen, denn Russland ist auf der Welt der zweitgrößte Öllieferant. Dadurch kommt es zu Unruhen auf dem Markt. Hinzu kommt der Verdacht, dass auf Kosten der Kunden sich die Mineralölkonzerne bereichern. Diese vorübergehenden hohen Gewinne sind durch Preisabsprachen dominierender Konzerne möglich. Diese Mineralölkonzerne haben ihre Gewinne innerhalb von zwei Wochen mehr als verdoppelt. Das Kartellamt prüft bereits, ob solche Absprachen bestehen.

Auch wird die Nachfrage und das Angebot stark von den Sanktionen gegen Russland beeinflusst. Wegen der Sanktionen kaufen viele Unternehmen weniger Öl aus Russland, weshalb das Angebot auf dem heimischen Markt geschmälert wird. Zudem führen die Unsicherheiten durch den Ukraine-Krieg zu einer erhöhten Nachfrage. Das Angebot würde sich weiter verknappen und die Preise nach oben treiben, wenn es zu einem Ölembargo kommt. Ebendarum wird heute schon viel Öl gekauft.
Dagegen ist der Wechselkurs zwischen Dollar und Euro weniger ausschlaggebend, denn die Spritpreise schwanken dadurch nur um ein paar Cent.

Werden die Spritpreise weiter steigen?

Prognosen sind schwierig. Die Preise werden wahrscheinlich nicht weiter steigen, aber sie könnten auf einem hohen Niveau bleiben. Gründe dafür sind:

  • Einige Mineralölkonzerne haben sich bereits aus Russland zurückgezogen, dadurch wird mittelfristig weniger Öl gefördert.
  • Durch Lieferschwierigkeiten verzögert sich die Verteilung des Öls in Europa.

Diese Faktoren halten den Preis hoch.
Erfreulich ist, dass die Rohölpreise am Weltmarkt bereits wieder sinken. Deutlich sinken werden die Preise, sobald die Mineralölkonzerne die gesunkenen Preise an den Kunden weitergeben.

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