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Warum sind Autos so teuer? – einfache Erklärung

Warum sind Autos so teuer

Ein eigenes Fahrzeug zu haben bietet viele Vorteile, denn Sie sind deutlich flexibler. Sie müssen nicht mehr auf öffentliche Verkehrsmittel und deren Fahrpläne achten, sondern, wenn Sie irgendwo hin möchten, steigen Sie einfach in Ihr Auto. Auch Reisen oder Urlaube werden dadurch deutlich entspannter. Zwar hat ein Auto viele Vorteile, doch ebenso einen großen Knackpunkt: der Preis. Gerade in den letzten Jahren ist der Preis immer weiter angestiegen, doch warum sind Autos so teuer? Diese Frage beantworten wir Ihnen.

Wie setzt sich der Preis zusammen?

Es sollte Ihnen bewusst sein, dass sich der Automobilpreis aus verschiedenen Aspekten zusammensetzt. Darunter die Kosten für die Herstellung, die Händlermarge, der Gewinn des Herstellers sowie die Mehrwertsteuer. Auf diese vier Punkte gehen wir näher ein, wobei die Zahlen vom Institut für Automobilwirtschaft (IFA) stammt, welches an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen zu finden ist.

78 Prozent: Der Großteil der Kosten entsteht durch die Herstellung. Natürlich variieren die Aufwendungen abhängig vom Fahrzeug. Dabei dürfen Sie nicht den Fehler machen und glauben, dass die Materialien am meisten kosten. Zwar sind jene nicht günstig, doch oftmals schlägt die Elektronik deutlich höher zu Buche. Moderne Fahrzeuge sind mit unterschiedlicher Elektronik ausgestattet, welche das Fahrgefühl verbessern und erleichtern. Darüber hinaus gibt es diverse Entertainmentmöglichkeiten, welche den Preis natürlich noch weiter ansteigen lassen. Bei der Herstellung fließen aber auch die Kosten für das Personal mit ein. Sicherlich können Großteile des Fahrzeugs vollautomatisch hergestellt sowie zusammengesetzt werden, doch ganz ohne Mitarbeiter geht es nicht. Gerade im Innenraum muss das professionelle Personal Hand anlegen. Auch hier gilt wieder: Je umfangreicher das Fahrzeug ist, desto länger müssen die Mitarbeiter an diesem arbeiten. Dementsprechend steigt der Preis. Nicht zu vergessen ist die Lagerung. Viele Fahrzeuge werden nicht auf Bestellung hergestellt, sondern auf Vorrat. Dementsprechend müssen sie bis zum Verkauf sicher gelagert werden. Diese logistische Herausforderung ist ebenfalls nicht günstig und fließt später auch beim Preis mit ein.

16,5 Prozent: Auf dem zweiten Platz befindet sich die Händlermarge. Das bedeutet, der Verkäufer möchte natürlich etwas am Verkauf verdienen. Die Händlermarge liegt bei etwa 16,5 Prozent. Ein Beispiel: Das Auto kostet den Händler 60.000 Euro, um es dem Hersteller abzukaufen. Auf dem Preisschild stehen später aber 69.900 Euro. Die 9.900 Euro sind die 16,5 Prozent der Händlermarge, also der Gewinn des Händlers. Allerdings ist das kein Reingewinn, sondern ein Händler muss ebenfalls verschiedene Aspekte bezahlen. Zum Beispiel das Personal, denn irgendjemand muss Ihnen das Auto vorstellen und verkaufen. Hinzu kommen Reinigung, Lieferung und ähnliche Faktoren. Insofern schrumpfen die ursprünglichen 16,5 Prozent, doch als Käufer spielt das für Sie keine Rolle. Sie zahlen die 16,5 Prozent. Wie jene anschließend aufgeteilt werden, hat nichts mit Ihnen zu tun.

5,5 Prozent: Ein Unternehmen stellt ein Fahrzeug nicht aus Nächstenliebe her, sondern es soll Gewinn erbringen. Das entspricht den letzten 5,5 Prozent. Insofern ist der kleinste Anteil tatsächlich der Gewinn des Herstellers. Verkauft dieser also ein Produkt für 60.000 Euro, liegt der grundsätzliche Herstellungspreis bei „nur“ 56.700 Euro. Die verbleibenden 3.300 Euro sind der Gewinn des Unternehmens. Natürlich kann sich die Zahl etwas verschieben, je nach Unternehmen. Manche wollen größere Gewinne machen, weshalb der Abstand zwischen Herstellungs- und Verkaufspreis dementsprechend groß ist. Im Durchschnitt liegt er aber bei 5,5 Prozent.

Mehrwertsteuer: Die Mehrwertsteuer ist nicht zu vergessen. Sie entspricht in Deutschland grundsätzlich 19 Prozent. Diese 19 Prozent werden auf den Verkaufspreis, also die beispielsweise genannten 69.900 Euro gerechnet. Insofern würde der Endpreis bei 83.181 Euro liegen. Weil aber volle Zahlen für den Verkauf meist besser aussehen, wird oftmals auf 83.200 Euro aufgerundet. Die 19 überschüssigen Euro zählen anschließend zum Gewinn des Verkäufers. Insofern hat sich aus einem Auto, welches grundsätzlich bei der Herstellung nur 56.700 Euro gekostet hat, ein Fahrzeug entwickelt, welches Sie sich für 83.200 Euro kaufen können.

Lieferengpässe lassen den Preis steigen

Gerade in den letzten Jahren kam es vermehrt zu Lieferengpässen von gewissen Teilen, besonders der Elektronik. Da die Nachfrage aber immer noch hoch war, stieg natürlich der Preis. Darum sind auch die Verkaufspreise von Autos immer weiter angestiegen. Sobald sich die Lieferengpässe aber lösen, sollten auch die Preise fallen. Achtung: Gebrauchtwagen sind nicht zwangsweise günstiger, denn aufgrund der hohen Neuwagenkosten weichen immer mehr Menschen auf Gebrauchtwagen aus. Dementsprechend hoch sind auch hier die Kosten und teilweise sogar mit Neuwagen vergleichbar.

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