Home » Auto fahren - Tipps » Warum sind ältere Fußgänger im Verkehr mehr gefährdet als jüngere?

Warum sind ältere Fußgänger im Verkehr mehr gefährdet als jüngere?

  • by Anatoli Bauer

Statistisch gesehen sind Senioren ab dem 65. Lebensjahr in weniger Verkehrsunfälle verwickelt als jüngere Verkehrsteilnehmer. Jedoch sind die Senioren häufiger in schwerwiegende Verkehrsunfällen verwickelt. Sie machen auch den größten Anteil an Todesopfern im Verkehr aus. Ältere Fußgänger sind höher gefährdet, aber warum ist das so?

Wahrnehmung im Straßenverkehr

Während jüngere Verkehrsteilnehmer während des Gehens auf dem Bürgersteig auf ihr Smartphone sehen oder die Musik aus den Kopfhörern die Umgebung vollständig ausblendet, sind Senioren bemüht, alle Ereignisse im Verkehr zu erfassen. Mit dem Alter lässt aber die Sehstärke nach und es reicht, dass eine ältere Person die Brille vergisst und den Abstand zu einem Fahrzeug beim Überqueren der Straße falsch einschätzt, um in einen Unfall verwickelt zu werden. Rot-Grün-Sehschwäche, Grauer Star und andere Augenkrankheiten erhöhen im Straßenverkehr das Unfallrisiko. Es muss nicht gleich zu einem frontalen Zusammenstoß mit einem Fahrzeug kommen, um als Geschädigter im Straßenverkehr zu gelten.

Einmal über einen Stein stolpern reicht aus, um sich im Alter schwere Verletzungen durch den Sturz zuzuziehen. Ein weiteres Problem für ältere Fußgänger sind Fahrradfahrer, die keine Rücksicht auf diese nehmen und mit ihnen zusammenstoßen. Seit einigen Jahren fahren immer mehr jüngere Personen mit E-Scootern durch die Straßen, auch da bestehen Unfallgefahren für ältere Menschen. Senioren dürfen ihre Umwelt nicht ausblenden und müssen wachsam im Verkehr sein als Fußgänger. Aber das allein reicht nicht aus, um die Unfallgefahr zu minimieren.

Wenn der Kreislauf nachgibt

Kreislaufschwäche und Herzinfarkte sind bei älteren Verkehrsteilnehmern keine Seltenheit. Sie kommen ohne Vorwarnungen und Senioren können sich plötzlich nicht mehr auf den Beinen halten. Tragisch wird es, wenn sie auf die Fahrbahn stürzen. Aber der Verkehr als Fußgänger findet auch in den Parks und Promenaden statt. Obwohl es keine genauen Statistiken dazu gibt, fallen manche Senioren in den See und ertrinken oder sie stürzen über das Promenadenufer in den Fluss und werden abgetrieben.

Ältere Menschen treiben gerne Sport, solange der Körper das mitmacht. Schließlich soll die Gesundheit aufrechterhalten werden, das senkt die Gefahren für Krankheiten mit schweren Verläufen. Aber neurologische Infarkte, die auch das Gehirn und das Herz betreffen können, sind tückisch. Sie führen zum Tod, wenn keine Rettung schnell eingreift. Wer aber als Senior abseits im Wald joggt, um die frische Luft der Natur zu genießen, geht auch das Risiko ein, nicht gefunden zu werden. Jüngere Fußgänger sollten immer ein Auge auf ältere Menschen haben und bei einem Sturz oder der Andeutung eines Krampfes umgehend eingreifen. Nur so können Leben schnell gerettet werden.

Alkohol im Alter – betrunkene Fußgänger

Das „Frühstücksgedeck“ besteht aus einem Pils oder Bier und Schnaps. Manche belassen es schon am Morgen nicht bei einem Glas und sind schon mittags gut angeheitert. Zum Mittagessen schnell nach Hause, vorher noch mal eben bei der Apotheke vorbei das Rezept einlösen und schon besteht die Gefahr eines Unfalls. Mit dem Alter verarbeitet der Körper den Alkohol langsamer, was viele Senioren unterschätzen. Die Unfallgefahr steigt beträchtlich, weshalb andere Verkehrsteilnehmer besonders auf angeheiterte- und betrunkene ältere Fußgänger achten müssen.

Nach Einbruch der Dunkelheit steigt das Risiko erneut, denn viele ältere Personen gehen am Abend in die Kneipe und zu Fuß wieder nach Hause. Wer ohne Reflektoren unterwegs ist, wird oft zu spät gesehen. Die Kombination aus einem gesundheitlichen Risiko, der Betrunkenheit und dunkler Kleidung ist fatal.

Mit Prävention das Unfallrisiko von älteren Fußgängern senken

Angehörige sollten sich die Zeit nehmen und mit ihren älteren Verwandten über die Verkehrssituation sprechen. Am besten führen Senioren immer ein Handy mit sich oder ein von einem Rettungsdienst zur Verfügung gestellten Alarmanhänger. So bleibt ihnen wenigstens die Möglichkeit, bei Bewusstsein einen Alarm auszulösen, womit der Rettungsdienst die Person orten kann. Das rettet Leben.

Senioren sollten nicht bevormundet werden oder ständig überwacht, aber sie sollten die Hilfsmittel nutzen, um sich selbst zu schützen. Am besten statten Jüngere in der Familie ältere Mitglieder mit Leuchtreflektoren aus, die sind im Fachhandel für einen niedrigen Preis erhältlich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.