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Warum ist scharfes Anfahren zu vermeiden? – Aufklärung

  • by Anatoli Bauer

Eine gefühlte Ewigkeit warten Sie bereits an der Ampel und endlich schaltet sie auf Grün. Jetzt möchten Sie einfach so schnell wie möglich weg, um die Grünphase nicht zu verpassen. Also drücken Sie das Gaspedal durch und lassen die Reifen quietschen. Bei einer solchen Aktion wird vom sogenannten „scharfen Anfahren“ gesprochen. Im Normalfall treten Sie das Gaspedal leicht an und beginnen dann langsam zu rollen, ehe Sie an Geschwindigkeit aufnehmen. Manche können es aber gar nicht abwarten und geben so viel Gas, wie nur möglich. Jedoch ist das scharfe Anfahren keine gute Idee, denn es kommen verschiedene Nachteile auf Sie zu. Ganz vorne mit dabei ist, dass Sie sich sogar strafbar machen können.

Ihre Reifen nutzen schnell ab

Scharfes Anfahren ist ein großes Problem für die Reifen, denn sobald Sie das Gaspedal komplett durchdrücken, wird die hohe Kraft des Motors direkt auf die Reifen übertragen. Dadurch passiert es schnell, dass die Reifen durchdrehen und nicht nur das typische Quietschen abgeben, sondern auch viel Gummi hinterlassen. Geschieht das einmal, ist das noch kein Problem. Fahren Sie aber jedes Mal scharf an, sieht das ganz anders aus. Schauen Sie nämlich einmal in den Rückspiegel, sehen Sie die Beschleunigungsstreifen auf der Straße. Diese entstehen, wenn das Gummi der Reifen abgetragen wird. Insofern lassen Sie bei jedem scharfen Anfahren einen Teil Ihrer Reifen auf der Straße zurück.

Je öfter Sie das machen, desto mehr nutzen sich die Reifen ab. Das hat zahlreiche Nachteile, denn abgefahrene Reifen sind eine große Gefahr. Gerade auf einer nassen Fahrbahn kann es passieren, dass das Auto keine Haftung mehr auf der Straße hat, sodass Sie zu rutschen beginnen. Im schlimmsten Fall endet das in einen Unfall, wo Sie sich und andere verletzen könnten. Gleichermaßen sind abgefahrene Reifen strafbar. Je weniger das Profil zu sehen ist, desto eher können Sie mit einem Strafzettel rechnen. Das aktuelle Bußgeld für abgefahrene Reifen liegt bei 60 Euro. Verursachen Sie jetzt sogar noch einen Unfall, steigt die Strafe auf 90 Euro an.

Lärmbelästigung von anderen Verkehrsteilnehmern und Anwohnern

Sie kennen es aus vielen Actionfilmen, wenn die Helden aufs Gaspedal treten, die Reifen durchdrehen und das typische Quietschen zu hören ist. Dieses entsteht, wenn der Gummi der Reifen auf dem Boden abgetragen wird. Das Quietschen ist aber ein weiterer Grund, weshalb Sie das scharfe Anfahren vermeiden sollten. Das Quietschen kann sowohl andere Verkehrsteilnehmer als auch Anwohner stören. Immerhin ist es nicht gerade leise. Stellen Sie sich jetzt vor, dass Sie direkt an einer viel befahrenen Straße leben. Jede zwei Minuten startet jemand mit laut quietschenden Reifen von der Ampel. Das ist überaus störend und als Anwohner können Sie dagegen nicht einmal etwas tun. Genauso geht es Anwohnern, wenn Sie das scharfe Anfahren bevorzugen. Denken Sie dabei nicht: „Was ist schon dabei, wenn das einer macht?“, denn vielleicht denken 500 andere Autofahrer an derselben Stelle genauso, weshalb ein störendes Quietschkonzert entsteht.

Umweltbewusstes Fahren

Sie geben Gas und dabei bleibt Gummi auf der Straße zurück und vielleicht beginnen die Reifen sogar zu qualmen. Das sieht zwar sehr actionsmäßig aus, doch ist nicht gerade eine Wohltat für die Umwelt. Der Qualm ist giftig und gelangt somit direkt in die Luft. Hier kann er sowohl von Menschen als auch anderen Lebewesen eingeatmet werden. Vielleicht haben Sie schon einmal Gummiqualm eingeatmet, denn dann wissen Sie, wie unangenehm das ist. Der Qualm kann aber auch in nahe Gebäude ziehen. Gemeinsam mit den Abgasen entsteht eine unangenehme und giftige Mischung, die sich im ganzen Zimmer ausbreitet. So könnten Anwohner ihre Fenster gar nicht mehr öffnen. Aber auch die Gummirückstände sind nicht gut für die Umwelt. Mit der Zeit lösen sich die kleinen Partikel und verbreiten sich in der gesamten Umgebung. Dabei benötigt Gummi rund 600 Jahre, um zu verrotten und somit komplett abgebaut zu werden. In diesen 600 Jahren kann es aber viel Schaden anrichten, weshalb Sie von vornherein vermeiden sollten, scharf anzufahren.

Sind Sie tatsächlich schneller?

Wohl einer der größten Nachteile des scharfen Anfahrens ist, dass Sie nicht einmal schneller vom Fleck kommen. Dadurch, dass die Reifen durchdrehen und erst einmal Grip finden müssen, brauchen Sie deutlich länger, um ins Rollen zu kommen, als, wenn Sie einfach ganz normal und entspannt anfahren. Scharfes Anfahren ist im Vergleich also langsamer als bedachtes Fahren.

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